Was ist Commitment?

Commitment

oder Wer A sagt muss auch…!

Wir alle streben danach Konsistenz zu sein. Wenn wir etwas versprechen, dann halten wir das Versprechen. Wenn wir etwas sagen, dann stehen wir dazu. Wenn wir uns für etwas einsetzen, dann tun wir das mit mit geschwollener Brust. Ansonsten wären wir inkonsistent.

Inkonsistenz wirkt verwirrend, falsch, ja generell schlecht.

Wer hingegen zu dem steht, was er sagt, wirkt auf uns vernünftig, logisch, mental stabil und vor allem ehrlich. Diese Eigenschaften sind entscheidend wenn wir jemanden überzeugen wollen. Wer möchte schon eine Verpflichtung mit einer unehrlichen, unstabilen Person eingehen? Die Wenigsten! Unsere Gesellschaft lehrt uns also zu dem zu stehen was wir sagen oder versprechen.

Aber du hast es versprochen…

Wie immer sind Commitments generell eine gute Sache. Werden jedoch auch bewusst eingesetzt um uns dazu zu bewegen etwas zu machen was wir eigentlich ansonsten nicht machen würden. So haben es Freedman und Frazer 1966 geschafft Amerikaner dazu zu bewegen riesige Tafeln in den eigenen Vorgarten zu stellen (Hier der ganze Artikel). Die Tafeln waren weder schön noch hip. Im Gegenteil, sie haben den Vorgarten eher verunstaltet. Es war eine Tafel auf der „Augen auf im Straßenverkehr“ stand. Die Technik die Freedman und Frazer benutze haben heißt Fuß-in-die-Tür-Technik. In ihrem Experiment haben sie mit einer kleinen Bitte angefangen, die dann am Ende in einer großen Tafel  im Vorgarten endete.

Der Trick war, dass eine Woche vorher ein anderer „Bürger“ vorbei gekommen ist und die Person gefragt hat, ob Sie bereit wäre, einen kleinen Aufkleber mit der Aufschrift „Fahren Sie vorsichtig!“ sichtbar an das Garagentor anzubringen (Kleiner Gefallen). Eine Woche später kam ein zweiter „Bürger“, der frage ob er die Tafel im Vorgarten anbringen darf (Großer Gefallen). Das Ganze funktioniert interessanter weise auch, wenn die Person eine Liste unterschreibt „für ein schöneres Kalifornien“.

In beiden Fällen verändern wir durch dieses kleine Ereignis unser Selbstbild ein kleines bisschen. Wir nehmen uns plötzlich als Bürger mit einer sozialen Verantwortung war. Und für solche Bürger ist es nicht nur logisch, sonder vielmehr verpflichtend die große Tafel in den Vorgarten zu stellen. Wir handeln konsistent mit dem was wir eine Woche vorher behauptet haben. Alles andere wäre inkonsistent und würde sich falsch anfühlen.

Was brauchen wir für ein gutes Commitment?

Ein Commitment ist nicht gleich ein Commitment. Es gibt große und kleine Commitments (bestes Beispiel sind die jährlichen Neujahr Resolution). Damit ein Commitment große Wirkung hat muss es:

  1. Freiwillig sein: Unter folter nimmt keiner seine Commitments ernst
  2. Öffentlich: Je mehr Personen wir von etwas erzählen, desto wahrscheinlich halten wir es ein
  3. Mit Anstrengungen verbunden sein: Für mich der interessanteste Punkt!

Je anstrengender es ist ein Commitment ab zu geben, desto wahrscheinlich halten wir es ein. So sind soziale Gruppen um so erfolgreicher, desto schwieriger es ist in diese einzutreten. Aufnahmerituale sorgen für ein besseres Gruppengefühl. Es funktioniert auch im Kleinen. So verringern Unternehmen ihre Rücktrittsrate indem sie die Kunden das Antragsformular selber ausfüllen lassen (=Aufwand/Anstrengung).

 

Bildquelle: Flickr/eschipul

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